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Restauration der Stadttore

Stadttore erinnern an Ursprung

 

BIld WA

 
 

Drensteinfurt - Damals, als vor 425 Jahren, im Jahr 1598, der Bürgerschützenverein „St. Johannes“ aus der Taufe gehoben wurde, diente er dem Zweck, die Befestigung Stewwerts mit seinen Stadttoren instand zu halten und zu bewachen. Anlässlich dieses Jubiläums und in Erinnerung an längst vergangene Zeiten stellen die Bürgerschützen Replikate von drei der ursprünglich vier Stadttore an den alten Standorten auf.

In der Halle von Klaus Storck wird eifrig gewerkelt. Mit Pinseln, Bohrschraubern und anderen handwerklichen Geräten repariert und restauriert seit Freitagnachmittag der Vorstand der Bürgerschützen gemeinsam mit Mitgliedern der Landsknechtgarde die Nachbauten der drei Stadttore. Mit Lkw und Tieflader wurden sie schon vor Tagen aus dem 70 Kilometer entfernten Ochtrup, vom Schützenverein Weiner, abgeholt.

Vor dem Aufstellen der Tore müssen die durch den Transport entstandenen Schäden behoben und vor allen Dingen die richtigen Namen, Zahlen und Daten aufgemalt werden. „Wir wollen, dass die Stadttore dem Original möglichst ähnlich sind“, informiert der Stadttorbeauftragte und Spieß der Bürgerschützen, Herbert Reher. Darum werden die Tore in einem dem Sandstein ähnlichen Farbton gestrichen.

Unzählige Schindeln werden bepinselt, sie sollen der alten Stadtmauer nachgebildet werden. „Wir sind Klaus Storck dankbar, dass wir hier die Tore unentgeltlich unterstellen und jederzeit im Trockenen daran arbeiten können“, sagt Reher. Insgesamt lobt er die gute Zusammenarbeit der Landsknechte mit dem Vorstand. „Wir machen uns eine Menge Arbeit, um die Traditionen der Stadt aufrecht zu halten“, berichtet Reher.

 

Die ehrenamtliche Arbeit sei nicht selbstverständlich. Dass die Wahl auf eben diese Stadttore fiel, lag an der guten Statik der Tore, die bereits beim Jubiläum des Weimarer Schützenvereins gute Dienste geleistet hatten. Anders als in Ochtrup werden die Tore in Stewwert jedoch auf Standsockeln befestigt. Am 21. April werden die Fundamente mit einem Gewicht von etwa 3,5 Tonnen, die später wieder abgebaut werden, gegossen.

Befestigt werden die Tore an den dort eingegossenen Schrauben. „Uns ist es wichtig, dass die Standfestigkeit gewährleistet ist“, so der Anwendungsmechaniker. Um das Fundament wird ein Zaun errichtet, damit es nicht zu Unfällen kommt. Aufgestellt werden die drei Tore am 27. und 28. April – noch vor dem „Sommerfeeling“ – am Bronzepferd am Schloss-Bistro, an der Hammer Straße in Höhe des Altenheims und an der Münsterstraße am ehemaligen Kiosk.

„Dort, wo es möglich war, haben wir den ursprünglichen Standort eingehalten“, versichert Reher. Bis zum Aufstellen der Tore, für das die Bürgerschützen einen Kran benötigen, müssen die Schützen noch etliche Stunden Arbeit investieren. Denn zum Jubiläum, das vom 15. bis 17. Juni gefeiert wird, und auch zum eine Woche vorher stattfindenden mittelalterlichen Markt sollen die Tore in aller Pracht für die erwartete große Zahl von Gästen aus nah und fern, erstrahlen Voraussichtlich bis zum 27. oder 28. Juni sollen die Tore stehen bleiben, dann werden sie abgebaut und weiterverkauft. „Die ersten Interessenten waren schon da“, verrät Herbert Reher.