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Drensteinfurt - 

Mit einem derartigen Überraschungscoup hatte wohl niemand gerechnet:

Nachdem sich Guido Närmann und Timo Lammersmann einen langen Zweikampf

geliefert hatten, griff Josef Reher ein – und schoss den Vogel ab.

Regieren wird der neue König der Bürgerschützen mit Ehefrau Brigitte.

 
Von Simon Beckmann
wnJubel nach dem Überraschungscoup: Josef Reher griff erst kurz vor Schluss ins Vogelschießen ein – und entschied den Wettbewerb für sich.
Foto: Simon Beckmann

 

Die Stewwerter Bürgerschützen haben einen neuen Regenten: Josef Reher machte am Samstag um 16.37 Uhr mit dem 308. Schuss dem „Bird of the Royal Family“ den Garaus und ist nun etwas überraschend der 141. König des Vereins. Denn darauf hingedeutet, dass sich der 74-jährige Drensteinfurter die Krone aufsetzen würde, hatte lange Zeit nichts. Mit Guido Närmann und Timo Lammersmann hatten sich vielmehr zuvor zwei andere Kontrahenten lange einen packenden „Showdown“ an der Vogelstange geliefert – bis Reher sich entschied, einzugreifen und den Vogel mit einem einzigen „Goldenen Schuss“ von der Stange zu holen. Zu seiner Mitregentin nahm er sich seine Frau Brigitte.

Gestartet war das Bürgerschützenfest am Freitag mit dem traditionellen Gottesdienst, der von Pastor Jörg Schlummer gehalten wurde. Es folgte das Antreten am Zelt im Schlosspark, um von dort aus das scheidende Regentenpaar, Reinhard und Maike Heinze, sowie die Fahnenabordnungen und den Schützenvogel an der Alten Post abzuholen. Gemeinsam marschierten die Schützen anschließend zum Ehrenmal, bevor am Festzelt der zehnte Bierkönig ausgeschossen wurde. Um 22.37 Uhr durfte sich Fähnrich Christian Notz feiern lassen, hatte er doch mit dem 299. Schuss die Reste des Fasses von der Stange geholt. Später am Abend sorgte dann „DJ Marco“ für die passende Stimmung im Festzelt.

„Bürgerschützen first – wir müssen die ersten an der Theke sein“, verkündete Frank Tendahl beim Antreten am Samstag auf dem Marktplatz. Der Hauptmann nahm zusammen mit Spieß Herbert Reher und Unteroffizier Thorsten Tegtmeier die Reihen der rund 100 erschienenen Schützen ab. Ebenso wurde kontrolliert, ob der Stock samt Blumenschmuck und der Hut mit Feder angemessen aussahen. Bei augenscheinlichen Mängeln mussten entweder Kniebeugen oder Liegestützen absolviert werden. Einen Schützen traf es noch härter: Er wurde zu zehn Runden um die gesamte Kompanie „verdonnert“.

Erfreulicher ging es im Anschluss an der „Alten Post“ zu. Dort wurden nicht nur die Fahnen und Chargierten abgeholt, es standen auch Beförderungen an. Thorsten Tegtmeier ist nun Stabsunteroffizier und Pascal Engels Oberleutnant. Zudem wurde Michael Simons vom Fähnrich zum Leutnant befördert. Nach dem Abholen von Reinhard und Maike Heinze am „Münsterländer Hof“ begann das Vogelschießen im Schlosspark.

Für die Kinder hatte der Verein „Sonnenstrahl“ einen abwechslungsreichen Parcours aufgebaut. Ebenfalls gaben der Spielmannzug „Grün-Weiß Drensteinfurt“, der Musikzug der Feuerwehr Albersloh sowie das Blasorchester Everswinkel Kostproben ihres Könnens. Bei der Insignienvergabe sicherte sich Thorsten Tegtmeier mit dem 19. Schuss das Fass. Das Zepter ging nach dem 106. Schuss an Frank Tendahl. Mit dem 109. Schuss fiel der Apfel durch Udo Suntrup.

Nur wenige Minuten später „rupfte“ Sven Reining dann den „Bird of the Royal Family“ mit seinen ersten drei Schüssen, die er auf einen Vogel der Bürgerschützen abfeuern sollte: Der 33-Jährige, der 2011 König bei den Junggesellen war, errang mit dem 111. Schuss die Krone und köpfte gleichzeitig das hölzerne Federvieh. Zwei Schüsse später hatte er dann den linken und den rechten Flügel abgeschossen. Um 16.37 Uhr krönte sich dann Josef Reher zum neuen Regenten.


Quelle: WN vom 18.06.2017